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Minimalismus in Krisenzeiten - eine Entscheidung für den Frieden

Falls du mit der Bedeutung von Minimalismus noch nicht so vertraut bist, lies vielleicht besser zunächst die vorherigen Einträge...

In der Corona-Krise geht es plötzlich um Hamsterkäufe und Vorratshaltung. Wir stehen vor der Frage, wie wir uns absichern und einen möglichst lebenserhaltenden und gesunden Umgang mit dieser unglaublich herausfordernden Situation finden können. Unsere Grundversorgung ist derzeit Gottseidank sichergestellt und es stellt sich die Frage, ob wir uns auf den Berg der Angst stellen oder ob wir, den Medienberichten zum Trotze, ins absolute Vertrauen gehen. Wenn wir unsere Entscheidungen auf der Basis Angst treffen, begrenzen wir uns und schwächen nachweislich unser Immun-system. Angst ist in dieser prekären Zeit kein guter Ratgeber. Vorsicht, Umsicht, Nach-sicht und Sorgfalt sind wichtig und richtig; wir sollten unser Herz jedoch vor Panik und Sorge bewahren und die bevorstehende Zeit dafür nutzen, uns unseren Fokus im Leben bewusst zu machen und uns wieder an das für uns wirklich Wichtige zu erinnern. Wir sind nicht in Kontrolle über das große Ganze, wir sind nicht einmal in der Lage, unseren eigenen Mikrokosmos zu 100% zu kontrollieren. Wir sind machtlos, aber nicht hilflos. Im jetzigen Moment ist alles in Ordnung. Und der jetzige Moment ist der einzige Moment, den wir haben.

Unsere Grundbedürfnisse sind erfüllt. Wir fühlen Frieden in uns.

Angst hingegen lässt uns den gegenwärtigen Moment verpassen.

Frieden jedoch ist ruhig.



Frieden entsteht aus dem tiefen Wissen, dass ALLES in Ordnung ist oder wenigstens in Ordnung kommen wird. Angst und Frieden gleichzeitig zu leben ist unmöglich. Ob wir im Frieden sind, hängt im Wesentlichen von unserer Entscheidung ab, ob wir im Vertrauen oder in Angst leben. In leichten Zeiten, wenn alles vermeintlich nach unserem „Plan“, nach unseren Routinen verläuft, vertrauen wir. Wir fühlen uns sicher und in Kontrolle. Dann weht ein außerplanmäßiger Sturm durch unser Leben, der Klimawandel wird vor unserer Haustür sichtbar und wir müssen aufgrund des Corona-Virus von jetzt auf gleich mindestens 2 Meter Abstand zu unseren Mitmenschen halten.

Das eine oder andere Grundmanifest wird erschüttert. Wir werden in Teilen mit unseren Glaubenssätzen konfrontiert, derer wir uns bis dato nicht bewusst waren. In dieser zwangsweise entschleunigten Zeit kann es sinnvoll sein, sich bewusst zu machen, auf welchem Fundament du stehst.

Wenn du daran glaubst, dass das Leben hier auf Erden alles ist, dass die wenigen Minuten der menschlichen Erfahrung alles sind, was wir je bekommen werden und unser Leben vorbei ist, wenn wir den letzten Atemzug getan haben, dann lebe bitte jeden Moment in vollen Zügen aus!

Es gibt leider keine zweite Chance. Wenn es zu Ende ist, ist es zu Ende! Hilfreich ist an der Stelle vielleicht, sich die verbleibenden Tage hier auf Erden auszurechnen. Warum also nicht angstfrei, zuversichtlich und kühn durchs Leben gehen? Oder glaubst du daran, dass du mehr als nur deine physische Form bist, glaubst du an Gott oder an eine Macht, die größer ist als du selbst, die Grashalme wachsen lässt oder andere Dinge, die kein Mensch je produzieren kann? Glaubst du, dass das menschliche Leben hier auf Erden nur eine Zwischenstation ist? Dann kannst du annehmen, dass du nach deinem physischen Tod wieder zu dem wirst, was du vorher warst. Wenn das der Fall ist, kannst du deine Ängste getrost loslassen und authentisch sein. Du lebst dein Leben, wie es dir entspricht und hast Frieden damit.

Ob du die erste oder die zweite Auffassung teilst, spielt keine so große Rolle: es läuft auf dasselbe hinaus. JETZT ist deine Zeit, Frieden zu suchen und ihm nachzujagen! Alles ist in Ordnung und wird weiterhin in Ordnung sein (vielleicht nicht in DEINER Vorstellung von Ordnung). Und wenn du den Frieden nur für 30 Sekunden spürst - du wirst inspiriert, mehr davon zu suchen. Innerer Frieden wird auch durch Ordnung im Außen gefördert. Ordnung liegt in unserer Kontrolle, wir sind nicht hilflos, wir können kreieren und agieren.

Ich habe Euch daher für die kommende Zeit zu Hause ein paar leicht umsetzbare Aufgaben zusammengestellt, damit Ihr auch weiterhin aktiv gestalterisch sein könnt und vielleicht auch den Segen erkennt, der in dieser Zeit zu finden. Wir können unseren Umständen etwas Positives abgewinnen oder verzagt den Kopf in den Sand stecken - Wir können trotz unserer Machtlosigkeit entscheiden, wie wir auf gegebene Situationen reagieren wie wir damit umgehen.

Aktion ist das Zauberwort!



A) „Challenge“-basierte Aufgaben

Heutzutage funktioniert für viele Menschen die „Challenge“, die Herausforderung, um am Ball zu bleiben.

1. 12-Minuten-Challenge - 12 Dinge entsorgen

- 12 Dinge spenden

- 12 Dinge an ihr Zuhause zurücklegen.

Schnapp dir eine große Ikea-Tüte und befülle sie so schnell du kannst mit Dingen, die du oder ihr (als Familie) nicht mehr benötigt.

Das hat sogar einen spielerischen Charakter.


2. Papierstapel/ Post/Werbung entrümpeln

Erst einsammeln (aus der ganzen Wohnung) und dann 20 Minuten lang aussortieren (Timer setzen!).


3. Spielzeuge begrenzen

Das funktioniert mit Kindern nur, wenn auch du selbst dich begrenzt. Die Grenze kann zum Beispiel das vorhandene Regal im Kinderzimmer darstellen. Du und die Kinder überlegt gemeinsam, was dableiben soll und ein Zuhause im Kinderzimmer findet. Was bleibt da und was wird gespendet? „Kinder helfen Kindern“ kann hier ein gutes Motto sein. Oberflächen und Gegenstände, die von allen genutzt werden, öfter säubern und desinfizieren. Auch Türgriffen, Schubladen, Schranktüren und Lichtschaltern Beachtung schenken. Die Zeit dafür ist jetzt!



B) Zeitlich limitierte Aufgaben


4. Familien-Challenge für 15 Minuten

Fällt euch die Decke auf den Kopf?

Das muss nicht so sein. Spaß und Spiel für die ganze Familie. Man stellt den Timer auf nicht mehr als 15 Minuten und findet zusammen 100 Dinge, die das Zuhause verlassen dürfen. Die Prämisse: Jeder entsorgt nur die Dinge, die ihm gehören. Wenn der Haufen am Ende 100 Dinge enthält – Hurra!!! Der Weg ist das Ziel.


5. 20 Minuten Bettwäsche und Handtücher-Entrümpeln

Diese Aufgabe war vermutlich schon lange fällig und jetzt ist eine gute Gelegenheit, Klarschiff zu machen. Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, ob es nicht vielleicht Sinn macht, 1 Set pro Bett und 1 Set in der Wäsche zu haben?

Einfach und zeitsparend.


6. Lasst eine Folge oder einen Film ausfallen

Wenn ihr zu den „Netflixern“ und „Amazon-Primies“ gehört – genießt es bitte weiterhin. Und: lasst doch ab heute trotzdem mal probeweise die eine oder andere Folge, Film oder Serie ausfallen und entrümpelt stattdessen :)


C) Aufgaben für bestimmte Bereiche


7. Auto-Time

Nur allzu oft sammeln wir Müll in unseren Fahrzeugen: alte CDs, Sonnenbrillen, Fastfood-Tüten, Münzen, leere Pfandflaschen, Papiere...

Los geht’s: Schnapp dir einfach zwei Tüten: in die eine kommt der Müll und in die andere die Dinge, die nicht ins Auto gehören. Das kannst du innerhalb von 15 Minuten erledigen und du wirst staunen, was du in so kurzer Zeit mit minimalem Aufwand erreicht hast.


8. Kleiderschrank entrümpeln

Es ist ganz einfach. Trenne dich von Dingen, die du nicht anziehst. Schaue in deinen Kleiderschrank. Vielleicht wird dir schlagartig bewusst, dass du meistens immer dasselbe trägst. Jetzt ist die Zeit, dich von Dingen zu trennen, die du nicht magst, die verschlissen sind, die dich nicht vorteilhaft kleiden...

Halte es einfach. Das Ergebnis erwartet dich schon am nächsten Morgen: ein Kleiderschrank, der Frieden, Wohlbefinden und Zuversicht in Bezug auf deine Kleiderwahl in dir auslöst.


9. Abstellraum – Kammer des Grauens

Gerade in dieser Zeit ist es gut, sich an dieses Thema heranzuwagen. Entsorge alles, was abgelaufen, nicht in Gebrauch und in Duplikaten vorhanden ist.

Bringe Licht ins Dunkel und gehe schnell und gründlich vor.


10. Tupperdosen-Zeit

Kennst du das? Du öffnest den Schrank und es sehen dich zahlreiche Tupperdosen ohne passenden Deckel an?

Frustration, die nicht sein muss. Behalte nur das, was du regelmäßig benutzt und steige immer mehr auf nachhaltigere Alternativen um.

Das fühlt sich in Zeiten des Klimawandels nicht nur für dich gut an:)


11. Klarschiff auf dem Schreibtisch

Dein Schreibtisch kann Produktivität fördern und Klarheit ausstrahlen.

Er kann aber auch dazu beitragen, dass du in Stagnation verfällst.

Finde wie immer zuerst den Zweck heraus, bevor du entrümpelst, dann wird es einfacher. Der Zweck übernimmt zwar nicht das Ausmisten, er gibt jedoch den Rahmen vor.


Arbeitest du selbstständig von Zuhause aus oder ist der Schreibtisch hauptsächlich für Verwaltungstätigkeiten bzw. als Ablage-Ort gedacht? Soll er Kreativität und Inspiration fördern? Wird der Platz nur von dir genutzt?

Wenn du dir über den Zweck deines Schreibtisches klargeworden bist, gehe dazu über, alles zu entfernen, was nicht auf deinen Schreibtisch gehört (z.B. Uhren, wenn du sowieso dein Handy als Uhr benutzt oder überflüssige Dekoration). Dann trenne dich von Duplikaten! Wie viele Kugelschreiber, Radiergummies, Blöcke und andere Utensilien brauchst du wirklich? Bestenfalls solltest du nur Reserven aufbewahren, die du innerhalb eines Jahres aufbrauchen wirst. Finde dann für alle (!) Gegenstände ein Zuhause und erfreue dich einer neuen Klarheit.


Viele von uns sind vor der Corona-Krise immerzu auf der Überholspur unterwegs gewesen. Jetzt ist Pause. Jetzt ist es still. Glaubst du wirklich, dass du am Ende deines Lebens bereuen wirst, „zu viel“ Zeit Zuhause mit deinen Kindern, deinen Liebsten verbracht zu haben? Ein paar geschenkte Tage extra sind vielleicht genau das, was wir brauchen, auch als Gesellschaft. Ich wünsche dir, dass du aus dieser Zeit das Beste machen und kreativ und besonnen handeln kannst.

Mit Freude, Dankbarkeit und Zuversicht. Und mit deinem Herzen.

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